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Freunde aus der Normandie zu Gast in Oberkochen

Über Himmelfahrt konnten wir eine große Delegation aus unserer Partnerstadt Dives-sur-Mer in Oberkochen begrüßen. Zu dieser traditionellen Begegnung traf am Donnerstagmorgen der Bus mit über 50 Personen ein, die von ihren Gastgebern des Partnerschaftsvereins, des Sängerbundes und des Ernst-Abbe-Gymnasiums erwartet wurden.

Aus dem Bus stiegen nach einer über 12-stündigen Fahrt außer Mitgliedern des Comité de Jumelage der Chor „Cantabile“ und das „Orchestre à vent de Dives-sur-Mer“. Trotz der langen Reise waren die Gäste nach einer Erholungspause und dem Mittagessen dazu bereit, mit dem vorbereiteten Programm zu beginnen.

Die Fahrt führte nach Ulm mit einem Halt im Eselsburger Tal, wo die berühmten Steinernen Jungfrauen besichtigt wurden. Ralf Lehmann hatte die Stadtführung in Ulm übernommen, die am Münsterplatz mit der Besichtung des Münsters begann. Der Rundgang führte die Gäste vorbei am Rathaus, dem neuen Stadthaus, durch das malerische Fischer- und Gerberviertel mit dem Schiefen Haus und dem Schönen Haus bis hinab an die Donau.

Dort wurde darauf hingewiesen, dass die Schwaben aus dem süddeutschen Raum mit ihren berühmten Ulmer Schachteln die Donau abwärts gefahren sind, um sich an der Donau anzusiedeln. Nachkommen der Donauschwaben findet man noch in vielen Orten, darunter auch in unserer ungarischen Partnerstadt Mátészalka!

Nach der Rückkehr gab es noch die Gelegenheit, das Gartenfest der Soldatenkameradschaft in und um die Scheerermühle zu besuchen und die Oberkochener Spezialitäten zu genießen.

Am Freitagmorgen stand eine Fahrt nach Schwäbisch Gmünd und Lorch auf dem Programm. In zwei Gruppen wurden die Gäste durch französisch sprechende Damen durch Schwäbisch Gmünd geführt und die Sehenswürdigkeiten besichtigt: das gotische Heilig-Kreuz-Münster, die spätromanische Johanneskirche, die barocke Augustinuskirche, den Marktplatz mit Rathaus und Marienbrunnen, die Mohrenapotheke.

Nach dem Mittagessen ging es weiter zum ehemaligen Benediktinerkloster Lorch, das vom Römerturm aus einen herrlichen Ausblick auf das Remstal bot. In einer französisch- und einer deutschsprachigen Gruppe wurde die spätgotische Pfarrkirche St. Maria besichtigt, in der die Lorcher Chorbücher aufbewahrt werden. Der Chor „Cantabile“ bereicherte die Besichtigung mit einem Liedvortrag, der bei der grandiosen Akustik besonders eindrucksvoll zur Geltung kam!

Großes Interesse fand das Stauferrundbild im Kapitelsaal, das der Künstler Hans Kloss angefertigt hat. In diesem Monumentalgemälde mit einer Fläche von 30 x 4,5 Meter hat er die Geschichte der Staufer dargestellt.

Für den Abend war eine Führung mit einem Nachtwächter durch die Aalener Altstadt organisiert. Im historischen Gewand, ausgestattet mit Laterne und Hellebarde, führte er die Gruppe durch Straßen und Gassen und wusste viele Geschichten von Aalener Persönlichkeiten und Häusern zu berichten.

Am Samstagvormittag hatte Bürgermeister Peter Traub die französischen Gäste und ihre Gastgeber zu einem Stehempfang in das Rathaus eingeladen. Er begrüßte den Präsidenten des Diver Comité de Jumelage, Christian Bréard, die ehemalige Gemeinderätin und Verantwortliche für die Städtepartnerschaften, Ghislaine Hanse, und ihre Nachfolgerin Danièle Garnier, die Stadträtin Eliane Leconte und Madame Mouraret, die Gattin des Diver Bürgermeisters Pierre Mouraret, der leider nicht mitkommen konnte.

Danièle Garnier übermittelte herzliche Grüsse von Pierre Mouraret und bedankte sich in dessen Namen für die Anteilnahme seines Oberkochener Amtskollegen an den Terroranschlägen vom November 2015. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung der Städtepartnerschaft für die Diver Einwohner und Schüler.

Christian Bréard wies darauf hin, dass die Diver Freunde nach Oberkochen gekommen sind, um eine lange Tradition fortzusetzen. Er betonte, dass nach wie vor ein reger Schüleraustausch stattfindet und bedankte sich bei allen Verantwortlichen, die sich dafür engagieren. Im Wechsel trifft man sich jedes Jahr in Dives und in Oberkochen.

Vor dem Rathaus stellten sich Gäste und Gastgeber bei strahlendem Sonnenschein zu dem obligatorischen Gruppenfoto auf.

Das Städtepartnerschaftskonzert in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul am Samstagnachmittag war der Höhepunkt der Begegnung. Das „Orchestra à vent de Dives-sur-Mer“ unter der Leitung von Arnoud Grassin, der Chor „Cantabile“, die Big-Band des Ernst-Abbe-Gymnasiums unter der Leitung von Ralf Lehmann und der Chor „musica é“ unter der Dirigentin Silke Brand haben ein Konzert auf höchstem Niveau geboten.

Von besonderer partnerschaftlicher Symbolik war es, dass Silke Brand den Chor „Cantabile“ aus Dives-sur-Mer dirigiert hat, da deren Dirigentin verhindert war. Die Ensembles haben ein wunderbares Konzert geboten, das so luftig und leicht wirkte und eine enorme musikalische Kompetenz verinnerlichte und das, obwohl nur zweimal gemeinsam geprobt werden konnte!

Das reichhaltige Programm aus Musik und Gesang umfasste Melodien aus Filmen und Musicals und hat das Publikum begeistert und dazu veranlasst, den Musikern zum Schluss mit stehendem Applaus zu danken!

Ralf Lehmann, Lehrer am EAG und Organisator des Konzertes, hatte die engen Bande zwischen den beiden Orchestern geknüpft und bei der musikalischen Visite in der Normandie vertieft!

Beim Partnerschaftstreffen am Samstagabend in der Scheerermühle, zu dem die Stadt eingeladen hatte, spürte man die engen Beziehungen zwischen den Bürgern von Dives-sur-Mer und Oberkochen. Es war ein Abend voller Harmonie! Die Aufschrift auf dem T-Shirt von Bürgermeister Traub brachte es treffend zum Ausdruck: „Vive le jumelage!“ Er dankte in erster Linie den Gastfamilien, die der Nährboden seien für einen lebendigen Austausch und das schnelle Erlernen der Sprache.

Roland Seimetz, der Vorsitzende des Verein für Städtepartnerschaften, sagte, dass unsere Städtepartnerschaft Format hat und von unten her über viele Jahre gewachsen ist.

Christian Bréard meinte, dass es immer eine Freude sei, mit Freunden zusammen zu sein und er fügte hinzu, dass Gastfamilien die Seele der Städtepartnerschaft sind.

Danièle Garnier ergänzte, dass wir uns glücklich schätzen können, dass diese Partnerschaft auch von der Jugend her gelebt wird, denn dafür sorgt ein reger Schüleraustausch unter den Gymnasien!

Still wurde es in der Scheune, als Christian Bréard an die Familien Riede und Boulanger erinnerte, die nach einer Urlaubsbegegnung den Weg für die im Jahre 1984 begründete Städtepartnerschaft geebnet hatten!

Doch dann durften die Schnitzel mit Salat verzehrt werden, die das Bewirtungsteam der Scheerermühle servierte, natürlich mit einem kühlen Bier von der Ostalb und einem guten schwäbischen Viertele!

Am nächsten Morgen hieß es leider Abschied nehmen von unseren französischen Freunden und vier gemeinsamen schönen Tagen bei herrlichem Wetter. Mit vielen Umarmungen und unter anhaltendem Winken verließ der Bus Oberkochen - bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr in Dives-sur-Mer!

Text: R. Jährling