Unsere Partnerstädte

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Geschichte

Besuch in unserer Partnerstadt Dives-sur-Mer vom 1. bis 5. Juni 2011.

Ein großes Erlebnis war wieder einmal das Treffen mit unseren Freunden in Dives-sur-Mer. Die Begegnung stand in diesem Jahr unter dem EU-Thema „Ehrenamt", ein Thema, das in der Vorstellung von Vereinen aus Dives-sur-Mer und Oberkochen, die sich in verschiedenen Bereichen sozial engagieren, gewürdigt wurde.

Doch nun der Reihe nach: Um 22.20 Uhr am Mittwoch, dem 1. Juni fuhr der Doppeldecker der Firma Schmetterlingsreisen an der Schwörzhalle ab. An Bord waren 49 gut gelaunte Fahrgäste, die voller Interesse dem entgegenblickten, was sie in Dives-sur-Mer erwarten würde. Viele der Gäste waren bereits in unserer Partnerstadt gewesen, aber für einige war es doch die erste Reise in die Normandie.

Nach einigen „Gesundheitspausen" und einem Fahrerwechsel in Saarbrücken traf die Gesellschaft am Donnerstag, dem 2. Juni um 10.20 Uhr in Dives-sur-Mer ein und wurde von ihren Gastgebern freundlich empfangen.

Das umfangreiche Programm begann um 14.30 Uhr im „Pablo Neruda" mit der Vorstellung der Diver Vereine zum EU-Thema „Ehrenamt". Pünktlich zum Programmbeginn traf das Team des Radclub Oberkochen ein, das seit dem Sonntag die Strecke Oberkochen nach Dives auf Fahrrädern zurückgelegt hat und zwar genau 1015 Kilometer! Die Gruppe wurde natürlich mit großer Begeisterung empfangen!

Außer den vielen Vereinen, die sich im Rahmen ihrer Jugendarbeit um soziale Belange kümmern, wurden in einigen Vorträgen auch Vereine vorgestellt, die sich sehr intensiv der kranken und behinderten Menschen annehmen wie das Entraide Divaise, ein Verein, der sich mit der Nächstenhilfe befasst und zur Zeit 58 bedürftige Familien mit Kleidung und Nahrungsmitteln versorgt.

Die Bibliothek und Mediathek bietet den Bürgern Bücher und anderen Medien an und der SNSM befasst sich mit der Rettung und Versorgung von Schiffbrüchigen, entspricht damit unserer DLRG. Ein lokaler Radiosender strahlt ein spezielles Informations- und Musikprogramm für Jugendliche aus. Der Verein ASED engagiert sich für die Erhaltung der Kirche Notre Dame. Das berühmte Blaue Haus / Maison Bleue wird von einer Interessengemeinschaft betreut und renoviert.

Lilo Burger, die Vorsitzende des Verein für Städtepartnerschaften, stellte einige Oberkochener Vereine vor, die nicht persönlich vertreten waren, die ihre Tätigkeit jedoch schriftlich dargelegt haben. Es waren dies die DLRG, der Förderverein Altenpflegeheim, das Rote Kreuz, dann einige Aquarellgruppen, die sich mit der Hobbymalerei befassen und auch Gemälde-Ausstellungen organisieren.

Persönlich wurden die folgenden Vereine vorgestellt:

Die Arbeiterwohlfahrt und Hausaufgabenbetreuung durch Nicole Pfeiffer, der Jugendclub durch Götz Hopfensitz, der Katholische Krankenpflegeverein und der Sängerbund durch Martin Balle, das Kolpingwerk durch Michaela Brunnhuber, die Narrenzunft Schlagga-Wäscher (Behindertensitzung) durch Rudi Jährling, die Ökumenische Nachbarschaftshilfe, das Café Zuversicht und die Hilfe für Familien in schwierigen Situationen durch Dagmar Bellmann und der Schwäbische Albverein durch Konrad Vogt.

Christian Bréard, der Vorsitzende des Diver Comité de Jumelage und Lilo Burger bedankten sich für die Ausführungen und würdigten die Arbeit der Diver und Oberkochener Vereine zum Thema Ehrenamt!

Christian Bréard bedankte sich für die finanzielle Unterstützung aus Oberkochen für die Renovierung der Kirche Notre Dame.

Am Freitag Morgen traf sich die Delegation zu einem Ausflug nach Saint-Pierre-sur-Dives. Dort hat der ehemalige Notar und heutige leidenschaftliche Winzer Gérard Samson im Jahre 1995 das Weingut „Les Arpents du Soleil" (Sonnenjoch oder Sonnenbühl) gegründet und damit eine Tradition fortgesetzt, die seit dem Jahre 1792 von der Familie Leriche auf diesem für die Normandie einmaligen Weinberg gepflegt wurde.

Beim Aufbau seines Weingutes stand der Begriff des Terroirs (Zusammenspiel zwischen Boden und Mikroklima) bei ihm immer im Vordergrund. Der Boden des Weinberges „Arpents du Soleil" besteht aus einer steinigen Mischung aus Kalk und Lehm an der Oberfläche, die auf einer harten aber rissigen Kalkschicht liegt. Dadurch funktioniert die Entwässerung perfekt und die Wurzeln der Weinstöcke können mehrere Meter tief bis zu den Mergelschichten hinunter wachsen, was die Wasserzufuhr auch in Trockenheitsperioden gewährleistet.

Die Begeisterung von Gérard Samson für seinen einmaligen Weinberg sprang während der Führung auf uns über und von der Qualität des „Vin de Pays du Calvados" konnten wir uns bei einer Weinprobe überzeugen. Viele Flaschen verschiedener Weine aus seinem Angebot wechselten den Besitzer!

Im Jahre 2010 gewann sein Weingut die vom Kreisausschuss für Tourismus und anderen Gremien verliehene „Trophäe des Tourismus", die die besten Initiativen auf diesem Gebiet würdigen soll - eine große Ehre für dieses kleine normannische Weingut!

In der nahe gelegenen Stadt Saint-Pierre-sur-Dives stand eine Führung durch die Abtei auf dem Programm. Diese altehrwürdige Abtei wurde auf einem ehemaligen Burggelände erbaut und im Jahre 1011 eingeweiht - sie feiert somit in diesem Jahr in 1000-Jähriges Bestehen mit einem großen Programm von März bis Oktober. In der Kirche sind herrliche Fenster zu bewundern. Durch ein Loch in einem Fenster wird ein Sonnenstrahl hereingelassen, der auf einen Meridian auf dem Fußboden projiziert wird und je nach der Jahreszeit um Punkt 12 Uhr auf ein Tierkreiszeichen auftrifft. Das ist eine astronomische Besonderheit!

Dass wir unser Picknick im Kreuzgang dieser Abtei eingenommen haben, war doch ein einmaliges Erlebnis!

Das Comité de Jumelage hatte die Oberkochener Gäste am Freitag Abend zu seinem traditionellen Empfang in das Centre les Tilleuls eingeladen. Mit einem Apéritif vor dem Haus wurde die Gesellschaft auf einen netten Abend eingestimmt. Bei kalten Platten, Meeresfrüchten, französischen Weinen und guten Gesprächen verging der Abend leider viel zu schnell!

Am Samstag Vormittag bat die Stadt Dives-sur-Mer zum offiziellen Empfang durch Bürgermeister Pierre Mouraret im Restaurant Guy Moquet. Der durch eine Ausstellung von Diver Hobbymalern bereicherte Saal bot ein schönes Ambiente für den Empfang der Oberkochener Delegation.

Um 17.30 Uhr stand das Konzert des Kammerorchesters Sinfonietta Oberkochen / Königsbronn unter der Leitung von Andreas Hug in der Kirche Notre Dame auf dem Programm. Es wurden Werke von Johann Bernhard Bach, Joseph Haydn, Edvard Grieg und Max Reger vorgetragen. Anhaltender Applaus dankte den Musikerinnen und Musikern des Kammerorchesters, das noch bei der anschließenden Messe konzertierte. Die Messe hielt Pfarrer George Lefebvre, die Fürbitten wurden von Oberkochenern gelesen.

Eine Kollekte zu Gunsten der Kirchenrenovierung ergab einen Betrag von 516,00 Euro, für die sich Christian Bréard herzlich bedankte.

Der Beginn des Partnerschaftsabends war um 20.00 Uhr angesetzt und zwar wieder im Restaurant Guy Moquet. Vor der Eröffnung des Kalten Buffets sprach Lilo Burger einige Dankesworte und überreichte Geschenke an die Offiziellen aus Dives. Sie bedankte sich bei den Damen und Herren, die den festlichen Abend so liebevoll vorbereitet hatten. Bei guten Gesprächen und gepflegten Speisen und Getränken verging auch dieser Abend wieder viel zu schnell.

Die Rückfahrt nach Oberkochen war für 23.00 Uhr vorgesehen, doch es musste erst ein schweres Gewitter überstanden werden, bevor der Bus beladen werden konnte. Unter freundlichem Winken konnten wir dann gegen 23.30 Uhr die Fahrt antreten.

Der Chauffeur hat uns auf unsere Bitte hin in einer etwa 1-Stündigen Rundfahrt Paris bei Nacht gezeigt. Leider waren einige Gebäude um diese Zeit nicht angestrahlt, aber alleine das pulsierende Leben auf den Boulevards weit nach Mitternacht war sehr eindrucksvoll.

Unter Berücksichtigung einiger Gesundheitspausen trafen wir am Sonntag, dem 5. Juni, gegen Mittag wieder in Oberkochen ein.

Damit ging ein schöner Besuch unserer Partnerstadt Dives-sur-Mer zu Ende, der wieder gute Eindrücke gebracht und damit die Freundschaft zwischen unseren Städten vertieft hat. Ein herzlicher Dank an alle, die zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben!

Bericht: Rudolf Jährling