Unsere Partnerstädte

                Dives-sur-Mer     Montebelluna     Mateszalka

Aktuelles

Ein denkwürdiger Abend der Völkerverständigung

Seit dreißig Jahren sind Oberkochen und Montebelluna fest liiert. Ein emotionaler Stabwechsel von Harald Wollner an Alexander Kolb mittendrin

Von Lothar Schell

Gleich viersprachig parlierte Bürgermeister Peter Traub beim Partnerschaftsabend in der Mühlenscheune: Deutsch, französisch, italienisch und ungarisch. Dreißig Jahre Städtepartnerschaft mit der norditalienischen Stadt Montebelluna galt es zu feiern, viele Gäste waren auch aus Dives-sur-mer in der Normandie und aus dem ungarischen Mátészalka da.

Über einhundert Gäste, die größte Delegation waren die Montebelluneser mit Bürgermeister Dr. Adalberto Bordin an der Spitze. Aus Dives waren die beiden Vize-Bürgermeister Chantal Massieu und Denis Leloup gekommen und aus Mátészalka die stellvertretende Bürgermeisterin Mariana Kícsak. Bürgermeister Peter Traub brachte seine Freude über das Wiedersehen nach der langen Corona-Zeit zum Ausdruck. Städtepartnerschaft sei für die Stadt Oberkochen ein wichtiges Anliegen, das man auch in Zukunft mit Nachdruck pflegen wolle.

Bürgermeister Dr. Adalberto Bordin aus Montebelluna würdigte die fest gewachsene Partnerschaft mit seiner Stadt. „Wenn sich Menschen internationaler Herkunft verstehen, dann ist dies echte und von unten gewachsene Partnerschaft über alle Grenzen hinweg“, sagte Bordin.

Chantal Massieur aus Dives-sur-mer blickte auf die Europafahne in der Mühlenscheune mit den Worten: „Dies ist ein festes Zeichen für unsere Beziehung.“ Gerade in der heutigen, von kriegerischen Krisen getragenen Zeit, sei dies von großer Bedeutung.

Mariana Kicsak aus der ungarischen Partnerstadt Mátészalka überbrachte die Grüße von Bürgermeister Peter Hanusi. In ihrer emotionalen Rede dankte sie der Stadt Oberkochen für die finanziellen Zuwendungen für die nahe Mátészalka angekommenen Flüchtlinge aus der Ukraine. „Wir haben den festen Willen, die Kontakte in Zukunft weiter zu verstärken“, erklärte Kicsak.

„Grenzen weiter abzubauen ist oberstes Ziel“ Alexander Kolb, Vorsitzender Verein für Städtepartnerschaften Oberkochen

Alexander Kolb ging auf die Entwicklung der Städtepartnerschaft mit Montebelluna ein. Er erwähnte die basalen Beziehungen zwischen dem katholischen Kirchenchor mit seinem damaligen Chorleiter Fritz Hägele, die Freundschaft mit der „Banda Musicale“, den Schüleraustausch mit dem Ernst-Abbe-Gymnasium und die sportlichen Beziehungen der Leichtathleten und Handballer des TSV Oberkochen. Nicht unerwähnt ließ Kolb seine persönliche Geschichte, als er 2008 beim Euro-Palio seine heutige Ehefrau Claudia Crema aus Montebelluna kennengelernte. Nach einer fünfjährigen Fernbeziehung heiratete man und die Krönung sei die Geburt des heute achtmonatigen Sohnes Vincent gewesen. Kolb appellierte, die Idee der Städtepartnerschaften zu forcieren. „Die können nur lebendig bleiben, wenn sie auch ernsthaft gepflegt werden“, fuhr Kolb fort. „Grenzen weiter abzubauen ist oberstes Ziel“, so Kolb wörtlich. Am Ende der Partnerschaftsfeier gab es dann noch einen sehr emotionalen Akt, als der Ehrenvorsitzende des Vereins für Städtepartnerschaften Oberkochen, Harald Wollner (85), dem neuen Vorsitzenden Alexander Kolb (33) das Partnerschaftslogo ans Revers steckte. Wollner war nach dem unvergessenen Rudolf Heitele jener Akteur, der der Idee der Städtepartnerschaften in Oberkochen mit Herzblut Nachschub verliehen hatte. „Für mich ist dies Ansporn und Herausforderung zugleich“, dankte Alexander Kolb. Dann ging´s ans Buffet, das der Mühlenverein vorbereitet hatte.